Eine kleine Geschichte um das Napf-Gold

Fast alle Napfbäche enthalten in ihren Sand- und Geröllbänken winzige, öfters recht bemerkenswerte Goldplättchen, die sogar über zehn Millimeter Länge erreichen können. Diese werden als "Wasch-" oder "Seifengold" bezeichnet. Gesteine mit darin befindlichen Goldherzen bildeten die obersten Deckelemente der noch wachsenden Alpen und waren während Jahrmillionen der Verwitterung und Erosion ausgesetzt. Der Gesteinsschutt, und mit ihm das Gold, wurde zur Zeit des Miozäns, vor etwa zwanzig bis dreissig Millionen Jahren, durch die Ur-Aare ins Gebiet des heutigen Napfgebietes transportiert und abgelagert. Aus dem vorerst noch lockeren Material entstanden im Laufe der Zeit Nagelfluh, Sandsteine und Mergel, die am Napf zur oberen Süsswassermolasse gehören. Das Napfgold befindet sich hier auf zweiter Lagerstätte. Aber auch dieses Gestein fällt später und heute noch der Abtragung zum Opfer. Der verfrachtete Molasseschutt mit dem darin befindlichen Gold wird im Bett der Napfbäche auf dritter Lagerstätte abgelagert. In günstigen Kiesbänken sind nun aber die Goldflitterchen gegenüber dem Goldgehalt im Nagelfluh-Muttergestein zum Teil hundertfach angereichert und können mit einfachen Waschmethoden abgebaut werden.

Goldgräber und Goldwäscher gab es im Napfgebiet wahrscheinlich schon zur Kelten- und Römerzeit. Wertvolle Goldmünzfunde der Region weisen darauf hin. Verlässliche Angaben über Goldvorkommen im Napfgebiet bestehen aber erst seit dem Mittelalter. Die Goldwäscherei erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt: Von 1700 - 1740 wurden dem Staat Luzern 9kg Waschgold abgeliefert. Gegen 1860 hört das berufsmässige Goldsuchen auf. In unregelmässigen Intervallen wird das Gebiet vom Goldrausch umweht und geht allmählich ganz vergessen. Bis 1969 fünf junge Willisauer einen Goldgräberverein gründen. Das war der Auslöser für die heutige Attraktion: Goldwaschen im Luzerner Hinterland ist zu einem weitverbreiteten Hobby geworden.

Weitere Infos zum Thema "Goldwaschen" finden Sie unter den folgenden Links:

www.napfgolderlebnis.ch
www.goldwasch-tour.ch
www.bramboden.ch
www.goldwaschen.ch
www.goldprospector.ch

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